“Arbeitslosigkeit so gering wie lange nicht” – Dr. Peter Tauber besucht Arbeitsagentur Hanau

Zu einem Gedankenaustausch kam der Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Tauber mit dem Leiter der örtlichen Arbeitsagentur, Alexander Noblé, in Hanau zusammen. Erfreut zeigten sich beide über die sehr gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. So ging die durchschnittliche Arbeitslosenzahl im Agenturbezirk im Jahr 2011 um weitere 10,8 Prozent zurück. Aktuell liege die Arbeitslosenquote mit etwa 5,3 Prozent auf einem Rekordtief seit der Wiedervereinigung. Im Bereich Gelnhausen habe man phasenweise sogar eine Arbeitslosenquote von unter vier Prozent vermelden können.

Der durchschnittliche Bestand offener Stellen lag im zurückliegenden Jahr bei 1.945 offenen Stellen und somit einer Steigerung von 31,2 Prozent gegenüber 2010. “Es ist noch nicht lange her, da befanden wir uns in einer schweren Wirtschaftskrise. In den zurückliegenden beiden Jahren habe wir eine nahezu unglaubliche Entwicklung zurück gelegt. Neben guten politischen Entscheidungen der christlich-liberalen Koalition und Kanzlerin Merkel sowie einem beherzten Einsatz von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, hat dabei auch die Vermittlungstätigkeit der Arbeitsagenturen eine wichtige Rolle gespielt”, betonte Tauber. Zwar gebe es nach wie vor Probleme bei der Langzeitarbeitslosigkeit. Prognosen zu Folge werde die Zahl der Erwerbstätigen aber noch einmal bundesweit um 200.000 Personen steigen. Tauber bedankte sich bei Noblé und seinen Mitarbeitern für ihren Einsatz und die erheblichen Reformanstrengungen, die die gesamte Belegschaft mittragen musste. Die Arbeitsmarktreformen seien eine der Gründe für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands, um die uns viele Staaten beneiden.

Wie Noblé unterstrich, widme sich die Arbeitsagentur verstärkt dem Fachkräftemangel, der auch in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis zu einem Problem geworden sei. Ein Indikator dafür sei die mittlerweile stark gestiegene Zahl unbesetzter Stellen. Mit einer Reihe von innovativer Programmen versuche man, das Problem in den Griff zu bekommen.

Besonders interessiert war Tauber an dem Programm “abH plus”, an dessen Entwicklung sich Noblé intensiv beteiligt hatte. Durch das Programm werden schwer vermittelbare, lernmüde Jugendliche an ausbildungsbereite Unternehmen vermittelt. Unter dem Motto “Anpacken statt lamentieren” werden dabei auch die Unternehmen angesprochen, sich an der Beseitigung des Fachkräftemangels zu beteiligen, indem auch weniger qualifizierte junge Menschen eine Chance erhalten. Im Rahmen des Programms werde sowohl mit den Jugendlichen als auch mit potentiellen Unternehmen “Klartext” geredet. “Wir sagen nicht, dass es einfach ist. Aber es kann sich lohnen” ist einer der Grundsätze des Programms. Unternehmen erhalten Hilfe im Umgang mit den Jugendlichen, Schulschwänzer werden zu Hause abgeholt und in die Schule begleitet, das gleiche gelte beim Fernbleiben von den Betrieben, berichtet Noblé. “Das Programm hakt genau an der richtigen Stelle an. Gleichzeitig wird deutlich, dass es sich unsere Gesellschaft nicht erlauben kann, Jugendliche unbeachtet zurück zu lassen”, betont Tauber.

Man verabredete, auch zukünftig im Gespräch zu bleiben. Zudem nahm Tauber eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen beim Thema Fachkräftemangel, aber auch zur Reform der Arbeitsmarktinstrumente mit nach Berlin, wo er sie im Rahmen seiner Mitgliedschaft im Ausschuss für Arbeit und Soziales in  die Debatte einbringen wird.