Zwischen Schülern und Kultusministerium vermittelt

Dem Gelnhäuser Grimmelshausen-Gymnasium ist bei der Auswahl der Aufgaben für das Mathematik-Abitur ein folgenschwerer Fehler unterlaufen: Weil eine der gestellten Teilaufgaben mit dem zugelassenen Taschenrechner nicht lösbar war, darf die schriftliche Prüfung nun auf Wunsch von den betroffenen Schülern wiederholt werden. Alternativ bietet die Schule nach Rücksprache mit dem Kultusministerium eine Art „Nachteilsausgleich“ an; das heißt die Teilstellen, für deren Beantwortung ein grafikfähiger Rechner von Nöten gewesen wäre, werden nicht zu Ungunsten der Schüler bewertet. Besonders die Tatsache, dass im Wiederholungsfall die zweite Arbeit – und nicht die bessere Note – gewertet werden soll, stößt den Schülern allerdings bitter auf. Sie bemängeln zudem, dass keine echte Auswahlmöglichkeit bestanden habe, da viele sicherheitshalber lieber die zweite, korrekte Aufgabenstellung bearbeitet hätten. Diesen Schülern werde nun aber nicht die Möglichkeit einer Wiederholungsklausur eingeräumt. Mit ihrer Kritik an einem entsprechenden Erlass des Kultusministeriums haben sich die Schüler an den heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Tauber gewandt. In einem persönlichen Telefongespräch mit Alexander Lorz machte Tauber den Minister gestern auf die aufgezeigten Missstände aufmerksam. „Ziel sollte es sein, einen Zustand zu erreichen, bei dem jetzt vor allem diejenigen, die von der verunglückten Matheklausur betroffen sind, identische Chancen haben“, betont Tauber. Und weiter: „Aus meiner Sicht ist das am besten zu erreichen, wenn allen Schülerinnen und Schülern – unabhängig davon welchen Vorschlag sie während der Klausur gewählt haben – freigestellt wird, ob sie an dem Nachschreibetermin teilnehmen oder nicht. Ich habe daher Herrn Lorz gebeten, es allen Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, selbst zu entscheiden, ob sie die Klausur wiederholen wollen oder nicht – egal ob sie Vorschlag A1 oder Vorschlag A2 gewählt haben. Das hat dann auch den Vorteil, dass die, die mit ihrer Klausur halbwegs zufrieden waren, nicht noch einmal schreiben müssen und andere wiederum die zugesagte Wahlmöglichkeit zwischen zwei Aufgaben haben.“ Der Kultusminister habe ihm versprochen, diesen Aspekt bei seinen Gesprächen mit den Fachleuten im Kultusministerium mit zu berücksichtigen. „Ich hoffe, das entspricht in etwa dem Sinne der Schüler“, so Tauber.