demenz

Demenzkranken Struktur im Alltag geben

Demenzkranken Struktur im Alltag geben

Bei einem Besuch vor Ort hat sich der heimische Bundestagsabgeordnete und CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber über das Seniorenzentrum am Wannberg in Hirzenhain informiert. Das Einzugsgebiet der einzigen solitären Tagesbetreuungseinrichtung im Wetteraukreis – das heißt ohne Anschluss an eine stationäre Einrichtung – betreut seit knapp sechs Jahren Demenzkranke und pflegebedürftige Senioren aus der Region. Derzeit kommen die Gäste aus Büdingen, Gedern, Schotten, Ortenberg, Ranstadt und Florstadt sowie natürlich aus Hirzenhain selbst.

Wie die Geschäftsführer Rüdiger Plock und Christopher Zinn Peter Tauber, der von Vertretern der CDU Hirzenhain begleitet wurde, bei einem Rundgang erläuterten, beruht das Konzept der Einrichtung auf Erfahrungen, die Plocks Ehefrau Pirjo aus ihrem Heimatland Finnland mitgebracht hat. Ziel ist dabei die Aktivierung der Gäste auf der einen, sowie eine Entlastung der pflegenden Angehörigen auf der anderen Seite.

Auf rund 700 Quadratmetern stehen 27 Betreuungsplätze zur Verfügung; 18 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der Gäste. Diese werden morgens von einem hauseigenen Fahrdienst zu Hause abgeholt und am späten Nachmittag zurück zu ihren Angehörigen gebracht. In der Einrichtung warten neben Frühstück und Mittagessen therapeutische Einheiten wie zum Beispiel Gedächtnistraining, Gymnastik oder gemeinsames Singen auf die Teilnehmer. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, sich jederzeit in den so genannten Ruheraum zurückzuziehen. „Durch unser Ganztagesangebot schaffen wir für unsere Gäste eine regelmäßige Struktur, die gerade für Demenzkranke von großer Bedeutung ist“, erläuterte Rüdiger Plock und ergänzte: „Unser Angebot macht es den betroffenen Familien einfacher, Beruf und häusliche Pflege unter einen Hut zu bekommen.“

„Wir haben festgestellt, dass es oftmals für pflegende Angehörige eine große Überwindung bedeutet, Hilfe anzunehmen. Das Gefühl, den Vater oder die Mutter ‚wegzugeben‘ im Sinne von ‚abzuschieben‘ hindert sie oft daran. Oft wird Hilfe erst in Anspruch genommen, wenn es gar nicht mehr geht und die pflegenden Angehörigen an ihre Grenzen stoßen“, berichtete Christopher Zinn im Gespräch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten.
Peter Tauber zeigte sich beeindruckt, mit wieviel Liebe zum Detail und Empathie sich das Team des Seniorenzentrums am Wannberg den Pflegebedürftigen widmet. „Ich nehme einige Anregungen rund um das Thema Pflege nach Berlin mit und bedanke mich für die Einblicke in Ihre Arbeit“, so der Christdemokrat.

Erste Stufe der Pflegereform stellt Weichen für die Zukunft

Erste Stufe der Pflegereform stellt Weichen für die Zukunft

Der Deutsche Bundestag hat am Freitag die erste Stufe der Pflegereform der CDU-geführten Bundesregierung verabschiedet. Damit einher gehen ab 1. Januar 2015 erhebliche finanzielle Verbesserungen für die rund 2,6 Millionen Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen.
Auch der heimische Bundestagsabgeordnete und CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber hat für die Umsetzung der Reform gestimmt. Er sagt: „Mit dem erfreulichen Anstieg der Lebenserwartung steigt auch die Zahl der Menschen, die im Alter auf Pflegeleistungen angewiesen sind. Wenn die Generation der so genannten ‚Baby-Boomer‘ in das typische Pflegealter kommt, also in etwa 20 Jahren, muss unser Pflegesystem für diese Herausforderung gewappnet sein. Mit dem aktuellen Beschluss zur Pflegereform haben wir hierfür schon heute die richtigen Weichen gestellt. Das ist auch eine gute Nachricht für pflegebedürftige Menschen in unserer Region.“

Die Beschlüsse der von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vorgelegten Pflegereform im Einzelnen: Zum 1. Januar 2015 steigt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte. Davon stehen jährlich 0,2 Prozentpunkte oder umgerechnet rund 2,4 Milliarden Euro mehr für Pflegeleistungen zur Verfügung. 0,1 Prozentpunkte oder 1,2 Milliarden Euro werden in einem Vorsorgefonds für die Zeit zurückgelegt, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre in das Alter kommen, in dem sie voraussichtlich auf Pflege angewiesen sind.

Erstmals sollen ab dem kommenden Jahr auch Demenzkranke Anspruch auf Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege erhalten. Sie profitieren im Besonderen von den Betreuungs- und Entlastungsleistungen, da sie häufig die klassische Pflege nicht in vollem Umfang benötigen, darüber hinaus aber haushaltsnahe Leistungen wie Einkaufen oder Wäschewaschen, aber auch soziale Interaktion wie Vorlesen oder Begleitung bei Spaziergängen in Anspruch nehmen.

Die Zahl der Betreuungskräfte in Heimen, die das Pflegepersonal entlasten, soll von 25000 auf 45000 erhöht werden. Den Angehörigen, die zu Hause pflegen, soll es ermöglicht werden, sich eine Auszeit vom Pflegealltag zu nehmen. Erhöht werden zudem die Zuschüsse für Umbauten in den eigenen vier Wänden wie z.B. die altersgerechte Umgestaltung eines Badezimmers.

In einer zweiten Stufe der Pflegereform, die noch in dieser Wahlperiode kommen wird, soll ein neuer „Pflegebedürftigkeitsbegriff“ eingeführt werden. Dabei soll nicht mehr wie bislang zwischen körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen wie beispielsweise Demenz unterschieden werden.