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19.08.2010, 15:37 Uhr | Übersicht | Drucken
Dr. Peter Tauber zu Google Street View

Die Debatte um Google Street View zeigt vor allem eine große Verunsicherung der Menschen. Hier spielen viele Ängste mit hinein, die bei genauer Betrachtung ausgeräumt werden könnten. So gewährt Street View keine regelmäßigen Blicke über den Gartenzaun, sondern zeigt einmalig eine Momentaufnahme der Straßenzüge. Wir sollten aus meiner Sicht vor allem die Chance sehen und nicht in Hysterie verfallen. Ich glaube auch, dass Google die Datenschutzbestimmungen einhalten wird und akzeptiert, dass manche Bürger die Aufnahmen nicht wollen. Darum ist es wichtig, dass es ein umfangreiches Widerspruchsrecht gibt, dass man auch später – beispielsweise im Falle eines Hauskaufs – noch wahrnehmen kann.


Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass es eben nicht um Privates, sondern um Öffentliches geht. Straßen, Plätze und Hausfassaden sind Teil des öffentlichen Raums, in dem wir uns alle frei bewegen können und wollen.  Und Street View ist nicht so neu wie man glaubt. In anderen Ländern funktioniert der Dienst bereits seit einigen Jahren und dort hat es kaum oder gar keine Beschwerden gegeben.
Es ist übrigens keineswegs verboten, Fotos von Straßen, Plätzen und Häusern zu machen, solange diese öffentlich, d.h. von den öffentlichen Straßen aus zugänglich sind. Google reiht insofern „nur“ Fotos aneinander, die auch jeder Bürger hätte aufnehmen und online stellen können. Neu ist, dass man als User die Möglichkeit hat, ganze Straßenzüge zu „besichtigen“. So kann man sich etwa die neue Wohnung und das Wohnumfeld schon vor dem Besichtigungstermin von zuhause anschauen. Dies gilt ja auch für die Urlaubsplanung – egal ob im Ausland oder hierzulande. So kann man sich viel Zeit und wertvolle Ressourcen sparen und verhindert unnötige Wege.  Die Angst vor Einbrechern halte ich für unbegründet: Weder kann man durch einen Blick auf die Hausfassade sehen, ob „es was zu holen“ gibt, noch, ob der Hausbewohner zu Hause ist. Ein Ausspähen ist also nicht möglich.
Hingegen kann die Tourismusbranche Street View nutzen, um Städte oder interessante Gegenden zu präsentieren und die Besucher haben die Möglichkeit, sich schon vor Reiseantritt die lohnenswerten Ziele herauszusuchen. Gerade für Gelnhausen mit seinen Sehenswürdigkeiten und der Altstadt ist Google Street View daher aus meiner Sicht eine gute Sache.
Bereits heute stehen Millionen Fotos von Gebäuden und Plätzen, ob öffentlich oder privat, im Internet und die User selbst zeigen ihre eigenen, privaten Aufnahmen. Solange dies möglich ist, muss es auch möglich sein, einen Dienst wie Google Street View zu nutzen.
Übrigens: In keinem anderen Land wird so oft auf die bereits bestehenden Bilder von Google Street View zurückgegriffen wie in Deutschland. Wir erwarten, dass uns andere Städte in der Welt für unsere Urlaubsplanung und zur Information offen stehen. Ich persönlich habe daher überhaupt nichts dagegen, wenn mein Haus bei Google Street View zu sehen ist. Wer das nicht will, der muss eben sein Widerspruchsrecht nutzen.


Zusatzinformationen zum Download
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